Die Geschichte des Ritenstreits in China unter Berücksichtigung neuester Forschungsergebnisse

Lade Veranstaltungen

« All Events

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Die Geschichte des Ritenstreits in China unter Berücksichtigung neuester Forschungsergebnisse

Mai 13 @ 19:00 - 21:00

DOWNLOAD PDF Präsentation: Die Geschichte des chinesischen Ritenstreits

Referentin: Prof. Dr. Claudia von Collani

(Universität Würzburg)

 

Montag 13. Mai 2019, 19.00 Uhr

Universität Zürich, Karl Schmid-Strasse 4

Raum: KO2-F-153 

Eintritt frei

 

Der Ritenstreit in China war nur Teil einer größeren Debatte über den Status und den Umgang von Riten und Gebräuchen in einer zu dieser Zeit schon globalen Welt und einem globalen Katholizismus. Um die tiefere Bedeutung der chinesischen Sprache und der Riten zu verstehen und um ihre Vereinbarkeit mit dem Christentum zu überprüfen, setzten vor allem die Jesuiten auf eine Methode des Dialogs mit den chinesischen Literati und der Adaption an die chinesische Kultur. Doch nach der anfänglichen Duldung dieser Methode der Akkommodation wurde sie von der Katholischen Kirche in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verboten. Der Grund war die Furcht vor einem religiösen Synkretismus und vor einer vermeintlichen “Verwässerung” des katholischen Glaubens. Nach ausgiebigen, teilweise sehr kontrovers geführten Diskussionen in China und Europa wurde den chinesischen Christen die Teilnahme an den Riten für Konfuzius und die Ahnen verboten und nur ein einziger Name für den christlichen Gott erlaubt (1704, 1715 und 1742). Das führte zu einer Stigmatisierung der Riten außereuropäischer Kulturen als “heidnisch” und “abergläubisch”. Für die Kaiser der Qing-Dynastie dagegen wurde das Christentum damit zu einer heterodoxen Religion und zu einem Fremdkörper in China. Dieser Konflikt wurde im 19. Jahrhundert durch das Verhalten der Westmächte noch verstärkt.

 

Prof. Dr. Claudia von Collani, Missionswissenschaftlerin mit Schwerpunkt frühneuzeitliche Chinamission sowie Japanmission, besondere Schwerpunkte Chinesischer Ritenstreit, Figurismus, Wissenschaftsaustausch zwischen China und Europa. Sie ist Autorin bzw. Mitherausgeberin von 8 Büchern und Autorin von knapp 140 Artikeln, Mitarbeiterin an verschiedenen Projekten, so „Mission und Theater“, dann die erste westliche Übersetzung des Daodejing, über Johannes Schreck-Terrentius, sowie am Projekt „Die ‚Acta Pekinensia‘ des Kilian Stumpf SJ“ am Instituto Ricci de Macau (zusammen mit Prof. Paul Rule, Melbourne).

Kilian Stumpf SJ, The Acta Pekinensia or Historical Records of the Maillard de Tournon Legation. Volume I December 1705–August 1706, edited by Paul Rule and Claudia von Collani (Monumenta Historica S.I. Nova Series 9) IHSI-MRI (Rome-Macau 2015). (Band 2 wird im Frühsommer erscheinen, Band 3 ist in Bearbeitung.)

Claudia von Collani, Harald Holz, Konrad Wegmann (eingeleitet, erstmalig herausgegeben, übersetzt und erläutert), Uroffenbarung und Daoismus. Jesuitische Missionshermeneutik des Daoismus (Reihe Daodejing-Forschungen / Series Daodejing Research vol. 1) (European University Press, Bochum 2008).

Claudia von Collani, Erich Zettl (Hg.), Johannes Schreck – Terrentius SJ. Wissenschaftler und China-Missionar (1576–1630) (Missionswissenschaftliches Archiv 22) (Stuttgart 2016).

Luisa M. Paternicò, Claudia von Collani, Riccardo Scartezzini, Martino Martini, Man of Dialogue. Proceedings of the International Conference “Martino Martini (1614–1661), Man of Dialogue” held in Trento on October 15–17, 2014 for the 400th anniversary of Martini’s birth (Trento 2016).

 

DOWNLOAD PDF zum Vortrag : Die Geschichte des chinesischen Ritenstreits

 

Details

Datum:
Mai 13
Zeit:
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort

Universität Zürich
Karl-Schmid-Strasse 4, Raum: KO2-F-153, Zürich, Schweiz + Google Karte